Kampagne

Ausgeliefert – Kein Leben auf Bestellung

Das Internet bringt alles nach Hause – versandkostenfrei und oft noch am Tag der Bestellung. Aber auf ein lebensrettendes Spenderorgan warten schwer erkrankte Menschen viele Jahre – und sterben oft, bevor sie eines erhalten können. Mit der Online-Kampagne „Ausgeliefert – Kein Leben auf Bestellung“ zeigten die Stiftung Über Leben und die Mediaplus Gruppe, dass viele Leben verloren gehen, weil Rettung – auch aufgrund mangelnder Spendenbereitschaft – „nicht erhältlich“ ist.

Die Stiftung Über Leben und die Mediaplus Agenturgruppe boten im Januar 2019 symbolisch ein menschliches Herz als Produkt im BILD Shop an – direkt neben Herrenbekleidung und Haushaltswaren. Ist das denn nicht absurd? „Ja“, sagen die Initiatoren der Mediaplus Gruppe, denn sie wollen mit der provokanten Aktion auf etwas viel Absurderes hinweisen: darauf, dass jedes Jahr in Deutschland über 1.000 Menschen sterben, weil ein passendes Spenderorgan „nicht erhältlich“ ist.

Die Auflösung der Aktion: Wer das Angebot mit dem Herz anklickte, gelangte auf eine Detailseite des „Produkts“ mit den funktionalen Eigenschaften eines gesunden menschlichen Herzens und sogar der detaillierten Beschreibung des Erhaltungszustandes – erfuhr aber auch alle alarmierenden Fakten über die Situation von Transplantationspatientinnen und -patienten in Deutschland und konnte über nur zwei Klicks seinen gültigen Organspenderausweis direkt ausfüllen.

Denn – das machte die Aktion „Kein Leben auf Bestellung“ unmissverständlich klar – „um die Situation der Organspende in Deutschland nachhaltig zu verbessern, ist es unerlässlich, dass sich viel mehr Menschen zu Lebzeiten mit dem Thema auseinandersetzen und entscheiden, ob Sie im Falle ihres eigenen Todes ein anderes Leben retten möchten. Nur etwa ein Drittel der deutschen Bevölkerung besitzt einen Organspendeausweis – das möchten wir mit dieser Kampagne ändern“, betont Jorit Ness, Geschäftsführer der Stiftung Über Leben.